USA vor der Heim-Weltmeisterschaft: Nationalmannschaft liefert, doch die Organisation schwächelt

Die USA haben sich mit dem ersten Sieg des Jahres etwas Luft verschafft, doch ausgerechnet vor dem WM-Auftakt in Los Angeles wächst der Druck wieder. Beim 3:2 gegen Senegal überzeugte vor allem Christian Pulisic, während hinter den Kulissen ein drohender Streik im SoFi Stadium neue Unruhe auslöst.

Christian Pulisic von den USA im Zweikampf mit Krepin Diatta aus Senegal beim Freundschaftsspiel am 31. Mai 2026 im Bank of America Stadium in Charlotte, North Carolina. (Jamie Squire / Getty Images North America via Getty Images)
Christian Pulisic von den USA im Zweikampf mit Krepin Diatta aus Senegal beim Freundschaftsspiel am 31. Mai 2026 im Bank of America Stadium in Charlotte, North Carolina. (Jamie Squire / Getty Images North America via Getty Images)

Pulisic meldet sich rechtzeitig zurück

Für Christian Pulisic war der Abend in Charlotte ein Befreiungsschlag. Der Star des WM-Gastgebers hatte seit dem 28. Dezember für den AC Mailand nicht mehr getroffen und war auch im Nationaltrikot zuletzt seit dem 18. November 2024 ohne Tor geblieben. Gegen Senegal bereitete der ehemalige Dortmunder zunächst das 1:0 durch Sergino Dest vor, ehe er in der 20. Minute selbst zur Führung traf. Es war der erste Sieg der US-Auswahl in diesem Jahr und für Pulisic ein spürbares Signal vor der WM-Generalprobe gegen Deutschland am Samstag in Chicago.

„Es fühlt sich großartig an“, sagte Pulisic nach seinem Treffer. Der Offensivmann stand allerdings nur 45 Minuten auf dem Platz. US-Coach Mauricio Pochettino zeigte sich dennoch zufrieden und erklärte: „Ich freue mich für ihn.“

Voller Arenarahmen, aber weiter Druck auf dem Ticketmarkt

Die Partie gegen den Senegal sahen in Charlotte 57.741 Zuschauer in der Arena der NFL-Franchise Carolina Panthers. Karten waren zunächst ab 30 Dollar erhältlich. Für das Duell mit der DFB-Auswahl im Soldier Field, das 61.500 Plätze fasst, werden am Samstag mehr als 55.000 Fans erwartet. Die günstigste Eintrittskarte kostete anfangs 64 Dollar.

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Ein volles Stadion wünscht sich das US-Team auch für den WM-Start gegen Paraguay am 12. Juni in Los Angeles. Doch die Aussichten sind wenig rosig. Nach Recherchen von The Athletic könnten rund 10.000 der 70.000 Plätze leer bleiben. Etwa 3.500 Tickets sind noch nicht verkauft, weitere 6.500 liegen auf dem Zweitmarkt und werden dort zu astronomischen Preisen angeboten.

Zwei Bauarbeiter stehen vor einem roten Werbeplakat des WM-2026-Sponsors Coca-Cola nahe des Aztekenstadions in Mexiko-Stadt - eine Szene aus der ZDF-Reportage "Greenwashed? - FIFA WM 2026: Gruen ist hier nur der Rasen". ZDF/Svaantje Schroeder
Zwei Bauarbeiter stehen vor einem roten Werbeplakat des WM-2026-Sponsors Coca-Cola nahe des Aztekenstadions in Mexiko-Stadt – eine Szene aus der ZDF-Reportage „Greenwashed? – FIFA WM 2026: Gruen ist hier nur der Rasen“. ZDF/Svaantje Schroeder

Streikdrohung im SoFi Stadium belastet den WM-Plan

Zu den Problemen auf den Rängen kommt nun auch noch Streit mit der Gewerkschaft, die mehr als 2.000 Beschäftigte des SoFi Stadiums vertritt. Nach bislang ergebnislosen Gesprächen über einen neuen Tarifvertrag soll über einen Streik abgestimmt werden. Zentrale Forderung von Unite Here Local 11 ist die Zusicherung von FIFA und Stadionbetreiber, dass keine Agenten der US-Einwanderungsbehörde ICE das Gelände betreten dürfen.

Sollte die als streikfreudig bekannte Gewerkschaft tatsächlich zum Ausstand aufrufen und diesen durchziehen, hätte die FIFA ein erhebliches Problem. Kurzfristig ließen sich Ersatzkräfte für die meist im Gastronomiebereich eingesetzten Stadionmitarbeiter wohl kaum organisieren, da alle für die WM akkreditierten Personen zunächst den Sicherheitscheck der örtlichen Behörden durchlaufen müssen.

In Los Angeles sind insgesamt acht WM-Spiele angesetzt. Bereits im April hatte die Gewerkschaft eine Beschwerde bei der unabhängigen Behörde für Arbeits- und Gewerkschaftsangelegenheiten eingereicht. Darin warf sie dem Stadionbetreiber, dem Stadionbesitzer, der FIFA sowie deren Hospitality-Dienstleister vor, gegen das zentrale Arbeitsgesetz der USA verstoßen zu haben, weil sie sich nicht auf die Beschränkung des Zugangs für ICE-Agenten festlegen wollten.