WM 1990 Held & DFB Rekordnationalspieler: Lothar Matthäus wird 65

Lothar Matthäus wird 65 Jahre alt. Der Weltmeister von 1990 und Rekordnationalspieler des DFB blickt auf 150 Länderspiele, 75 Kapitänsämter und eine Karriere voller sportlicher Höhepunkte zurück. Als Protagonist des WM-Sommers 1990 prägte er das Turnier mit seinem Tor in San Siro und dem Triumph in Rom. Auch mit 65 bleibt Matthäus präsent – als TV-Experte, Kolumnist und Protagonist eines neuen Films über 1990.

Mittelfeldspieler Lothar Matthäus (l.) und der Stürmer Pierre Littbarski feiern mit der WM-Trophäe, nachdem ihre Mannschaft den Titelverteidiger - Argentinien - im WM-Finale am 08. Juli 1990 in Rom durch einen Elfmeter von Verteidiger Andreas Brehme mit 1:0 besiegt hat. Es ist der dritte Weltmeistertitel für Deutschland (1954, 1974 und 1990). AFP-FOTO
Mittelfeldspieler Lothar Matthäus (l.) und der Stürmer Pierre Littbarski feiern mit der WM-Trophäe, nachdem ihre Mannschaft den Titelverteidiger – Argentinien – im WM-Finale am 08. Juli 1990 in Rom durch einen Elfmeter von Verteidiger Andreas Brehme mit 1:0 besiegt hat. Es ist der dritte Weltmeistertitel für Deutschland (1954, 1974 und 1990). AFP-FOTO

WM 1990: Das Turnier seines Lebens

Die WM 1990 in Italien markiert den Höhepunkt von Matthäus’ internationaler Laufbahn. Im Eröffnungsspiel in Mailand gegen Jugoslawien zeigte er mit seinem Sprint und dem Treffer zum 3:1 eine Kombination aus Dynamik und Schusskraft, die später zum Tor des Jahres gewählt wurde. Am 8. Juli 1990 durfte er als dritter DFB-Kapitän den Weltpokal in Rom in die Höhe strecken – ein Moment, den er selbst als einmalig beschreibt. Seine Rolle als Führungsspieler und Kapitän prägte das Turnier und machte ihn zum Symbol des Erfolgs.

Rekordnationalspieler: 150 Länderspiele und 75 Kapitänsämter

Matthäus sammelte 150 Länderspiele für Deutschland und führte die Mannschaft 75-mal als Kapitän aufs Feld – runde DFB‑Rekorde, die seine Bedeutung für die Nationalelf unterstreichen. Sein Debüt in der A‑Nationalmannschaft erhielt er 1980, sein erstes Tor fiel erst im 33. Einsatz; insgesamt traf er 23-mal für Deutschland. Er nahm an allen Weltmeisterschaften von 1982 bis 1998 teil und wurde mit 25 WM‑Einsätzen lange Zeit WM‑Rekordspieler, bevor Lionel Messi diesen Wert 2022 übertraf. Auch in schwierigen Phasen blieb Matthäus sportlich relevant: Bundestrainer holten ihn immer wieder zurück, zuletzt 1998 unter Berti Vogts.

Deutschlands Cheftrainer Julian Nagelsmann (L) steht neben der deutschen Fußballlegende Lothar Matthäus (2.v.l.) bei einem Interview vor dem Spiel um Platz 3 der UEFA Nations League zwischen Deutschland und Frankreich in Stuttgart, Südwestdeutschland, am 8. Juni 2025. (Foto: THOMAS KIENZLE / AFP)
Deutschlands Cheftrainer Julian Nagelsmann (L) steht neben der deutschen Fußballlegende Lothar Matthäus (2.v.l.) bei einem Interview vor dem Spiel um Platz 3 der UEFA Nations League zwischen Deutschland und Frankreich in Stuttgart, Südwestdeutschland, am 8. Juni 2025. (Foto: THOMAS KIENZLE / AFP)

Vereinskarriere und Titel: Von Mönchengladbach bis New York

Seine Profikarriere begann 1979 bei Borussia Mönchengladbach; eine Anekdote vom Probetraining – als er Berti Vogts zu Fall brachte und sofort verpflichtet wurde – gehört zur Legende. Es folgten Stationen beim FC Bayern (mit zwei Einsätzen), Inter Mailand und zum Ausklang die New York MetroStars. Insgesamt gewann Matthäus 19 Vereinstitel, darunter zweimal den UEFA‑Cup und sieben deutsche Meisterschaften, und absolvierte 464 Bundesliga‑Einsätze. Auffällig: Er wurde in der Liga nur dreimal eingewechselt – das erste Mal mit 18, das letzte Mal mit 38 Jahren.

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Heute: Medienpräsenz und Vermächtnis

Mit 65 Jahren bleibt Matthäus in der Öffentlichkeit präsent: Als Experte und Co‑Kommentator ist er auf Sky (Bundesligasamstag) und zeitweise für RTL in der Europa League zu sehen, er schreibt Kolumnen und spielte in einem Film über den WM‑Sommer 1990 mit. Seine Leistungen wurden international geehrt – 1990 wurde er als bester Fußballer Deutschlands, Europas und erstmals als Weltfußballer ausgezeichnet und verteidigte den Weltspieler‑Titel 1991. Trotz seiner polarisierenden Persönlichkeit zählt Matthäus weiterhin zu den prägenden Figuren des deutschen Fußballs und ist als Ehrenspielführer Teil der gemeinsamen Erinnerung an den WM‑Triumph von 1990.