Der FC Bayern reist am Sonntag mit ungewöhnlich viel Respekt zum Bundesliga-Aufsteiger SV Elversberg. Joshua Kimmich scherzte sogar über die Rolle des Rekordmeisters, während Harry Kane vor der Formstärke der Saarländer warnt.

Als Joshua Kimmich die Münchner vor dem Auswärtsspiel bei der SV Elversberg zum „Underdog“ erklärte, konnte sich der DFB-Kapitän ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ernst gemeint ist die Anerkennung für den Gegner allerdings allemal. Der Aufsteiger hat die ersten beiden Partien gewonnen, sieben Tore erzielt und liegt damit aktuell sogar vor Bayern. „Sie haben schon sieben Kisten gemacht, mehr als wir“, stellte Kimmich fest.
Elversbergs Höhenflug beeindruckt die Bayern
Am Sonntag um 17.30 Uhr trifft Bayern bei der SVE an der Kaiserlinde auf einen Gegner, der mit Siegen gegen Bayer Leverkusen mit 3:2 und bei Borussia Mönchengladbach mit 4:3 einen furiosen Start hingelegt hat. Für Max Eberl ist Elversberg deshalb „die Mannschaft der Stunde“. Der Sportvorstand würdigte die bisherigen Auftritte als „äußerst bemerkenswert“.
Auch Harry Kane sieht den kommenden Gegner keineswegs als Pflichtaufgabe. Nach dem souveränen 5:0 in der Champions League gegen Bodö/Glimt sagte der englische Torjäger: „Sie haben zwei von zwei Spielen gewonnen, und genau das macht mir im Moment ein bisschen Sorgen. Sie kommen so richtig ins Rollen“. Bayern müsse „bereit sein für eine weitere große Schlacht“.
Eberl erklärte den Erfolg des Neulings auch mit dessen Kaderplanung: „Wir haben extrem großen Respekt, weil Elversberg in der zweiten Liga schon sehr, sehr gut performt hat. Sie holen Jungs dazu, die Lust haben, die gierig sind“. Damit gleiche die SVE einen Teil der enormen Unterschiede zum Branchenprimus aus.
Die Zahlen verdeutlichen das Gefälle: Bayern zählt 432.500 Mitglieder, Elversberg knapp 15.000. Der Marktwert von Michael Olise allein liegt beim Dreifachen des gesamten Elversberger Kaders. Das Stadion am Ortsrand, unmittelbar in einem Gewerbegebiet gelegen, befindet sich weiterhin im Umbau und bietet aktuell nur 9300 Zuschauern Platz.
Kompany will keine Sonderbehandlung
Vincent Kompany reagierte mit herzlichem Lachen auf die Frage nach möglichen Rotationen. Der Bayern-Coach stellte klar: „Nein, jedes Spiel ist ernst“. Seine Mannschaft gehe jede Aufgabe mit dem gleichen Anspruch an: „Egal, wo es ist, egal, wie das Wetter ist – und auch wenn es da anders ist: Wir haben dieselbe Motivation wie bei einem Auswärtsspiel in Dortmund.“
Manuel Neuer blickt mit Vorfreude auf die ungewohnte Kulisse. „Mal was anderes“, sagte der Kapitän. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen erwartet ebenfalls eine besondere Erfahrung: „Das wird spannend“.
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Kane hat sich vor der Reise bereits Informationen über Elversberg eingeholt. „Mir wurde gesagt, es ist eine kleine Stadt, ein kleines Dorf, sie arbeiten extrem hart, und ich denke, wir erwarten am Sonntag ein schweres Spiel“, sagte der Stürmer. Für ihn sei es „immer schön, gegen neue Teams zu spielen, in neuen Stadien, mit neuen Atmosphären“.
Der jüngste Bayern-Ausflug ins Saarland endete am 1. November 2023 mit einer Überraschung: In der zweiten Runde des DFB-Pokals unterlag der Rekordmeister beim 1. FC Saarbrücken mit 1:2. An der Kaiserlinde wartet nun ein anderer Gegner. Kompany reduziert die besondere Reise dennoch auf das Wesentliche: „Wir fliegen eine Stunde, fahren eine Stunde mit dem Bus – und dann ist man irgendwann da und spielt Fußball. Mehr ist es nicht.“