Wenn die Premier League am Freitag in die neue Spielzeit startet, sitzen gleich 4 deutsche Fußball-Trainer an der Seitenlinie der 20 Erstligisten. Das ist ein neuer Höchstwert für die englische Eliteklasse, in der damit erstmals mehr Deutsche als Engländer (nur drei) das Kommando bei einem Klub führen. Die Nachfolge von Jürgen Klopp scheint auf mehrere Schultern verteilt.

Erster Spieltag der Premier League 2026/27
Rose wagt den Sprung an die Südküste
Marco Rose (49) hat nach drei Bundesliga-Stationen und einer einjährigen Pause einen neuen Job gefunden: Bei AFC Bournemouth übernimmt der gebürtige Leipziger das Team von Andoni Iraola, der sich seinerseits dem FC Liverpool angeschlossen hat. Rose, zuvor bei Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund und RB Leipzig im Amt, startet mit den Cherries direkt in die Europa League, obwohl das heimische Vitality Stadium gerade einmal 12.000 Zuschauer fasst. In der abgelaufenen Saison hatte der Klub von der Südküste einen bemerkenswerten sechsten Platz belegt, dennoch bremst Rose die Erwartungen. Im kicker-Interview verglich er seinen neuen Arbeitgeber mit einem literarischen Underdog: „Wir sind einfach so etwas wie das gallische Dorf der Premier League. Wir wollen da bestehen.“

Hürzeler bleibt Brighton treu
Deutlich gefragter war in diesem Sommer Fabian Hürzeler (33). Der frühere Coach des FC St. Pauli, der bei Brighton & Hove Albion in seine dritte Spielzeit geht, soll unter anderem das Interesse von Bayer Leverkusen geweckt haben. Doch der junge Übungsleiter blieb den „Seagulls“ treu und verlängerte seinen Vertrag im Mai bis 2029. Zwei achte Plätze in Folge sprechen für seine Arbeit an der englischen Südküste, wo unter anderem Nationalspieler Pascal Groß zu seinem Kader zählt. „Dieser Klub hat alles, um eines Tages große Dinge zu erreichen, die wirklich im Gedächtnis bleiben. Ich möchte ein Teil davon sein“, erklärte Hürzeler seine Entscheidung. Für Brighton bedeutet die neue Saison zudem eine Premiere: Erstmals nimmt der Verein am internationalen Geschäft der Conference League teil.
Jaissle übernimmt die Magpies
Für Matthias Jaissle (38) endet ein Abenteuer in der Wüste: Nach seiner Zeit in Saudi-Arabien ist der Schwabe seit Anfang August neuer Cheftrainer von Newcastle United und damit auch verantwortlich für Nationalstürmer Nick Woltemade. In der Bundesliga hat der frühere Hoffenheim-Profi nie an der Seitenlinie gestanden, seinen Weg in die Premier League ebnete er über Stationen bei RB Salzburg und Al-Ahli. Nach einer enttäuschenden zwölften Platzierung in der Vorsaison soll Jaissle die Magpies zurück in Richtung internationaler Plätze führen. Er selbst sieht ideale Voraussetzungen: „Unsere Herangehensweise als Trainerteam und die Identität, für die Newcastle bekannt ist, passen so eng zusammen, in meinen Augen eine perfekte Kombination.“ Der Einstand könnte kaum schwerer ausfallen: Am Sonntag (17.30 Uhr/Sky) empfängt Jaissle direkt den FC Liverpool samt Florian Wirtz.

Farke mit Rekordwert in Leeds
Deutlich mehr Kontinuität lebt Daniel Farke (49) bei Leeds United vor. Der frühere Gladbach-Coach führte den Klub 2025 zurück ins Oberhaus und sicherte in der vergangenen Saison souverän den Klassenerhalt. Nun startet er bereits in sein viertes Jahr bei den Nordenglizern, nur zwei andere Trainer der Liga sind aktuell länger im Amt als er. In Leeds arbeitet Farke unter anderem mit Anton Stach und Lukas Nmecha. Über seinen Alltag sagte er: „Die Arbeit ist anspruchsvoll, wie immer auf Toplevel. Aber sie macht großen Spaß.“