Umbruch bei Manchester City ohne Guardiola: Rodri als Schlüssel?

Der große Umbruch bei Manchester City beginnt nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einer offenen Frage. Enzo Maresca tritt als Nachfolger von Pep Guardiola an, doch schon vor seinem ersten Pflichtspiel dreht sich die Debatte weniger um Taktik als um die Zukunft von Rodri, dem spanischen Führungsspieler, der mit einem Abschied nach Barcelona liebäugelt.

Rodri feiert am 20. Juli 2026 auf der Bühne in Madrid den WM-Titel. Der Mittelfeldspieler war Teil der spanischen Auswahl, die im Endspiel der Weltmeisterschaft 2026 im New York New Jersey Stadium Argentinien bezwungen hatte. (Diego Souto / Getty Images Europe via Getty Images)
Rodri feiert am 20. Juli 2026 auf der Bühne in Madrid den WM-Titel. Der Mittelfeldspieler war Teil der spanischen Auswahl, die im Endspiel der Weltmeisterschaft 2026 im New York New Jersey Stadium Argentinien bezwungen hatte. (Diego Souto / Getty Images Europe via Getty Images)

Zehn Jahre lang prägte Guardiola den Klub aus Manchester und hinterlässt ein Vermächtnis, das kaum zu toppen scheint: sechs Meistertitel, der erste Champions-League-Triumph der Vereinsgeschichte, die legendäre 100-Punkte-Saison und ein Spielstil, der die gesamte Liga beeinflusste. Für Maresca ist dieses Erbe jedoch keine Last, im Gegenteil. „Das setzt mich nicht unter Druck“, stellte der Italiener klar, der selbst aus der katalanischen Schule stammt und in der Triple-Saison 2022/23 als Guardiolas Assistent sowie zuvor als Nachwuchstrainer bei den Citizens tätig war.

Maresca ist sich bewusst, dass Vergleiche unvermeidlich sein werden. „Ob wir nach zehn Spielen nun zehn, 20 oder 30 Punkte haben, die Leute werden es mit Pep nach zehn Spielen vergleichen“, sagte der Rückkehrer voraus. Über seinen einstigen Mentor findet er nur lobende Worte: Guardiola sei „der beste Trainer der Welt der letzten 15 oder 20 Jahre“ gewesen. Auf die Frage, ob es unmöglich sei, in dessen Fußstapfen zu treten, antwortete Maresca nüchtern: „Vielleicht, aber gleichzeitig ist es ein Privileg.“

Community Shield als erste Bewährungsprobe

Die praktische Arbeit beginnt für Maresca bereits am Sonntag (16.00 Uhr/DAZN) im Community Shield. Im Principality Stadium von Cardiff trifft sein Team, aktueller FA-Cup-Sieger, auf den englischen Meister FC Arsenal, bei dem Nationalspieler Kai Havertz eine tragende Rolle spielt. Ein Titelgewinn wäre der erste in Marescas noch junger Amtszeit, dürfte aber kaum richtungsweisend für die gesamte Saison sein. Viel mehr beschäftigt Klub und Anhänger derzeit die Personalie Rodri.

Zukunft von Rodri sorgt für Unruhe

Der spanische Mittelfeldstratege, der maßgeblichen Anteil am WM-Titel seines Landes hatte, gilt als Denker und Lenker im City-Spiel. Nun wird ihm ein Wechsel in die Heimat nachgesagt. Hansi Flicks FC Barcelona soll sich im Werben um den Weltfußballer des Jahres 2024 gegen den Erzrivalen Real Madrid durchgesetzt haben, allerdings liegt das kolportierte Angebot von rund 65 Millionen Euro noch unter den Vorstellungen der Citizens. Guardiola selbst hatte seinen einstigen Schützling zuletzt in höchsten Tönen gelobt: „Er ist unglaublich, unersetzbar.“

Diese Aufgabe, einen Ersatz für den möglichen Abgang zu finden, liegt nun bei Maresca. Neben dem marokkanischen WM-Nachwuchstalent Ayyoub Bouaddi soll auch Vize-Weltmeister Enzo Fernandez vom FC Chelsea auf der Liste der Citizens stehen. Der Argentinier gilt sogar als Wunschspieler des neuen Teammanagers. Mit dem impulsiven Mittelfeldmann, der im WM-Finale mit Gelb-Rot vom Platz geflogen war, feierte Maresca während seiner Zeit in London bereits Klub-WM– und Conference-League-Titel.

Rodri selbst kehrte nach seinem Urlaub kurz vor dem Supercup ins Training zurück, sein Vertrag läuft noch bis kommenden Sommer. Dass der 30-Jährige bereits gegen die Gunners auflaufen wird, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Die Hoffnungen auf einen gelungenen Saisonauftakt ruhen deshalb vor allem auf den breiten Schultern von Torjäger Erling Haaland sowie Rekordneuzugang Elliot Anderson, der für 135 Millionen Euro von Nottingham Forest verpflichtet wurde.

Ein Erfolg im ersten Pflichtspiel würde Maresca guttun, zumal er selbst weiß, wie schwer der Umbruch nach einer Ära werden kann. „Nach Sir Alex Ferguson, nach Arsène Wenger“ hätten es die jeweiligen Nachfolger stets schwer gehabt, konstatierte der 46-Jährige. Ob dieses Muster nun auch nach Pep Guardiola gilt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.