Beim FC Bayern München deutet sich ein millionenschwerer Anteilsverkauf an. Der Rekordmeister soll fünf Prozent seiner AG-Anteile an den Heiztechnik-Konzern Viessmann abgeben und dafür rund 250 Millionen Euro kassieren. Damit würde ein vierter strategischer Investor bei den Münchnern einsteigen.

Viessmann als vierter strategischer Partner im Gespräch
Wie die Zeitungen Münchner Merkur und tz berichten, verhandelt der FC Bayern mit Viessmann über den Erwerb eines Fünf-Prozent-Pakets an der Fußball-AG. Das Unternehmen ist bereits seit 2018 Partner des Klubs und würde sich künftig in die Reihe der Minderheitsgesellschafter Adidas, Audi und Allianz einordnen, die jeweils 8,33 Prozent halten. Sollte der Deal zustande kommen, würde der Mutterverein weiterhin 70 Prozent der Anteile kontrollieren und damit klar die Mehrheit behalten, ein Wert, der laut Satzung auch nicht unterschritten werden darf.
Interessant ist der Zeitpunkt aus vereinsrechtlicher Sicht: 2021 war bei der Jahreshauptversammlung ein Antrag gescheitert, der den Verein dazu verpflichten sollte, dauerhaft mindestens 75 Prozent der AG-Anteile zu halten. Dadurch kann der FC Bayern die verbleibenden fünf Prozent nun veräußern, ohne die Zustimmung der Mitgliederversammlung einholen zu müssen.
Hoeneß erklärte die Grenzen bereits im November
Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte die Rahmenbedingungen für einen möglichen Verkauf bereits im November 2025 im OMR-Podcast skizziert. „Wir haben einen Deal mit unseren Mitgliedern, dass wir nicht mehr als 30 Prozent verkaufen. Theoretisch könnten wir fünf Prozent verkaufen, ohne die Mitglieder zu fragen. Für mehr bräuchten wir eine Zweidrittelmehrheit. Und die werden wir niemals kriegen“, so Hoeneß. Genau dieser verbleibende Spielraum von fünf Prozent scheint nun mit Viessmann gefüllt zu werden.
Finanziell steht der Klub ohnehin solide da: Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschafteten die Bayern einen Konzerngesamtumsatz von 978,3 Millionen Euro.
Dreesen betont strategische Passung statt schnellem Kapital
Vorstandschef Jan-Christian Dreesen machte im selben Podcast-Format deutlich, dass es beim Verkauf der letzten fünf Prozent nicht primär um den maximalen Erlös gehe. „Wenn wir unsere letzten fünf Prozent Anteile veräußern sollten, geht es nicht nur darum, das meiste Geld zu kriegen“, sagte Dreesen. Vielmehr müsse der passende Aktionär gefunden werden. „Unsere Minderheitsaktionäre Adidas, Audi und Allianz sind strategische Partner. Denen geht es nicht um eine hohe Dividende oder Wertsteigerung für einen späteren Verkauf. Ein neuer Käufer müsste strategisch zu uns passen, unsere DNA teilen und die gleichen Ideale und Wertvorstellungen haben.“