José Mourinho kann es einfach nicht lassen: Sogar in einer Netflix-Dokumentation über sein eigenes Wirken nutzt der Portugiese die Gelegenheit für einen Rundumschlag gegen seinen langjährigen Widersacher Pep Guardiola. Auf eine mögliche Auszeit vom Trainergeschäft angesprochen, wird „The Special One“ deutlich und lässt keinen Zweifel daran, wen er damit meint.

„Manch einer braucht eben ein Sabbatical“, ätzt Mourinho in der Doku mit dem schlichten Titel „Mourinho“ und spielt damit unverkennbar auf Guardiolas aktuelle Pause an. Richtig in Fahrt gekommen, schiebt der 63-Jährige nach: „Für mich ist ein Sabbatical ein Zeichen von Schwäche, etwas, was ich hasse. Ich hasse dieses Wort. Also sprecht nicht weiter mit mir darüber.“ Deutlicher könnte die Distanzierung kaum ausfallen.
Guardiola pausiert, Mourinho denkt gar nicht daran
Der Seitenhieb hat einen konkreten Hintergrund: Guardiola hatte sich bereits 2012 nach seinem Abschied vom FC Barcelona für ein Jahr aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen. Aktuell gönnt sich der Katalane nach zehn intensiven Jahren auf der Trainerbank von Manchester City erneut eine Verschnaufpause, ihre berufliche Zukunft bleibt derzeit offen.
Mourinho dagegen schließt eine solche Auszeit für sich kategorisch aus. Ein Leben ohne den Fußball kann sich der Portugiese schlicht nicht vorstellen. Seine Welt seien „Stadien mit 50.000 oder 90.000 Fans“, betont er in der Dokumentation. Mindestens zehn weitere Jahre wolle er noch als Chefcoach arbeiten, im Idealfall sogar bis in seine 70er hinein. „Ich möchte weitere Titel gewinnen“, unterstreicht der zweifache Champions-League-Sieger seinen ungebrochenen Ehrgeiz. Ruhe finde er ohnehin erst, „wenn er da oben entscheidet, dass ich kommen soll“, fügt er mit einem symbolischen Fingerzeig nach oben hinzu.
Eine Fehde, die bis in die Barcelona-Jahre zurückreicht
Die Rivalität zwischen beiden Übungsleitern reicht weit zurück und hat sich über die Jahre zu einer regelrechten Privatfehde entwickelt. Einst arbeiteten Mourinho und Guardiola beim FC Barcelona der späten 1990er-Jahre noch als Kollegen zusammen, ehe aus ihnen spätestens während Mourinhos erster Amtszeit bei Real Madrid zwischen 2010 und 2013 erbitterte Gegner wurden. Während der Portugiese die Königlichen betreute, saß Guardiola parallel auf der Bank der Blaugrana, zahlreiche hitzige Clásico-Duelle zwischen den beiden Erzrivalen waren die Folge und prägten diese Ära des spanischen Fußballs nachhaltig.
Während Guardiolas sportliche Zukunft momentan also im Ungewissen liegt, ist Mourinhos nächster Karriereschritt bereits fixiert: Real Madrid verkündete im Juni offiziell die Rückkehr des Portugiesen an die spanische Hauptstadt.