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Die USA haben bei der WM auf eigenem Boden das Achtelfinale erreicht und ihre „Soccer Party“ damit am Leben gehalten. Gegen Bosnien-Herzegowina gewann die Mannschaft von Mauricio Pochettino trotz langer Unterzahl mit 2:0 und trifft nun am Montag in Seattle auf Belgien.

Balogun trifft, fliegt aber kurz darauf vom Platz
Der auffälligste Mann der Amerikaner war zunächst Folarin Balogun. Der Angreifer von Anfang an brachte sein Team kurz vor der Pause mit seinem dritten Turniertor in Führung, nachdem ihm zuvor ein Treffer wegen Abseits aberkannt worden war. In der 45. Minute nutzte er eine verunglückte Grätsche von Stjepan Radeljic eiskalt aus und traf regulär, in der 45.+8 sogar noch die Latte.
Wenige Minuten nach dem Seitenwechsel änderte sich die Lage jedoch abrupt. Balogun trat Tarik Muharemovic unbeabsichtigt, doch Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien wertete die Szene als grobes Foulspiel und zeigte dem US-Stürmer in der 64. Minute die Rote Karte. Damit fehlte den USA nicht nur der Torschütze, sondern auch ein ständiger Unruheherd im Angriff.
Pochettinos Team bleibt dominant und kontrolliert das Geschehen
Pochettino hatte seine Mannschaft vor dem Anpfiff auf einen echten Endspielcharakter eingeschworen und erklärt, die Partie werde angegangen wie „das Finale der WM, es geht um alles, es gibt keine zweite Chance.“ Das 2:3 zum Abschluss der Gruppenphase gegen die Türkei sei dagegen „ein bisschen belanglos.“ Entsprechend trat die USA im Stadion der San Francisco 49ers in Bestbesetzung an und dominierte die Begegnung über weite Strecken.
Besonders Christian Pulisic, der vor diesem Spiel bei der WM nur 77 Minuten auf dem Platz gestanden hatte, war von Beginn an wieder dabei und sorgte sofort für dauerhafte Unruhe. Die Amerikaner kontrollierten das Tempo, kombinierten sauber und bearbeiteten die bosnische Defensive mit großer Hartnäckigkeit. Bosnien hielt zunächst diszipliniert dagegen, kam aber offensiv kaum zur Entfaltung.
Tillman setzt den Schlusspunkt nach bosnischem Druck
Die erste echte Möglichkeit der Bosnier hatte Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart, der Matt Freese mit einem strammen Abschluss prüfte. Das war in der 10. Minute zugleich die einzige nennenswerte Szene der Bosnier in einer Phase, in der sie sich defensiv erst einmal auf das Verhindern beschränkten.
Dann schlug Bosnien-Herzegowina im Dezember 2021 auch die letzte europäische Mannschaft, gegen die die USA gewinnen konnten. Nach dem Platzverweis von Balogun mussten die Bosnier, die zuvor bereits auf Edin Dzeko verzichten mussten, weil der Kapitän in der 51. Minute verletzt ausschied, zwangsläufig mehr riskieren. Vor allem der eingewechselte Esmir Bajraktarevic, der als „Milwaukee Messi“ bekannt ist und im US-Bundesstaat Wisconsin geboren wurde, brachte Gefahr. Die Amerikaner verteidigten jedoch leidenschaftlich, setzten immer wieder Nadelstiche und machten schließlich durch Malik Tillman von Bayer Leverkusen alles klar. Der Mittelfeldspieler sorgte mit einem Traum-Freistoß in der 82. Minute für den 2:0-Endstand.
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Bosnien hatte sich erst im letzten Playoff-Spiel gegen Italien mit 4:1 im Elfmeterschießen für die WM qualifiziert und war dann als Gruppendritter hinter der Schweiz und Kanada in die K.o.-Runde eingezogen.