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Die Niederlande haben ihren Fehlstart bei der Fußball-WM eindrucksvoll korrigiert und mit einem dem Ergebnis nach klaren 5:1 gegen Schweden die Tabellenführung in Gruppe F übernommen. Angeführt von den Doppelpackern Brian Brobbey und Cody Gakpo setzte sich Oranje in Houston verdient durch und steht mit vier Punkten nun nahezu sicher in der K.o.-Runde. Besonders Ronald Koemans Startelfentscheidung erwies sich als Volltreffer.

Koemans Wechsel bringt Oranje auf Kurs
Der Bondscoach reagierte auf die Kritik nach dem zähen 2:2 gegen Japan mit einem einzigen Wechsel und setzte überraschend auf Brian Brobbey statt auf Shootingstar Crysencio Summerville. Der Plan ging früh auf. Der frühere Leipziger traf in der 5. und 17. Minute doppelt und stellte die Weichen schnell auf Sieg. De Telegraaf sprach von einem „genialer Schachzug“ von Koeman.
Koeman erklärte die Entscheidung mit den körperlichen Problemen von Summerville. „Gegen Schweden brauchen wir einen anderen Spielertyp.“ Brobbey lieferte prompt genau das, was sein Coach erwartet hatte. Beim ersten Treffer drückte der 24-Jährige vom AFC Sunderland eine Hereingabe von Gakpo über die Linie, beim zweiten verlängerte er eine Flanke von Denzel Dumfries mit der Fußspitze zum 100. WM-Tor der Niederlande.

Koeman zeigte sich später grundsätzlich zufrieden, blieb aber auch selbstkritisch. „Wir haben in vielen Phasen gut gespielt. Wenn man sieht, wie wir die Tore machen, wie wir es ausnutzen, wenn wir den Raum bekommen“, sagte er und lobte Brobbey: „Im ersten Tor steckte alles, was man sich wünscht. Wir wissen, dass Brian das sehr gut kann.“ Zugleich ergänzte er: „Es sei „ein prima Ergebnis, aber es gab auch genug Momente, bei denen wir sagen: Das können wir besser besser.““
Gakpo glänzt nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel wurde das Duell noch deutlicher. Summerville kam zur Halbzeit in die Partie und war sofort an beiden Treffern des überragenden Gakpo beteiligt. Der Liverpooler erhöhte in der 47. und 53. Minute auf 3:0 und 4:0, jeweils vorbereitet vom eingewechselten Offensivmann. Den Schlusspunkt setzte Summerville selbst kurz vor dem Ende in der 89. Minute.

Zwischenzeitlich verkürzte Anthony Elanga für Schweden auf 1:4 in der 59. Minute. Die skandinavische Auswahl, die nach dem 5:1 gegen Tunesien eigentlich mit mehr Selbstvertrauen hätte auftreten können, kam aber erst nach der Trinkpause besser ins Spiel. Vor allem Viktor Gyökeres sorgte für Gefahr, scheiterte jedoch dreimal an Oranje-Keeper Bart Verbruggen. In der 44. Minute lag auch ein Treffer von Gustaf Lagerbielke in der Luft, doch der Verteidiger stand im Abseits.
Zur Pause kommentierte Jürgen Klopp bei MagentaTV die Lage mit den Worten: „Sie haben Glück gehabt. Das Spiel ist noch nicht entschieden“. Die Niederlande ließen nach dem Wechsel allerdings nichts mehr anbrennen und kontrollierten die Begegnung fortan klar.
WM 2026 Tabelle in Gruppe F
Oranje-Party in Houston
Schon ab 8 Uhr Ortszeit herrschte in Houston Ausnahmezustand. Der legendäre Oranje-Partybus setzte sich mit schätzungsweise 30.000 Anhängern der Elftal von der Rice University in Bewegung und legte die rund vier Kilometer bis zum Stadion zurück. Ob Niederländer oder Einheimischer war dabei zweitrangig, einzig Orange zu tragen war Pflicht.

Vor 68.777 Zuschauern, darunter König Willem-Alexander, Königin Máxima und Prinzessin Ariane, trafen die Niederlande damit auf eine von Beginn an mitgerissene Kulisse in der texanischen Astronautenstadt. Für Koeman hatte die Partie auch eine persönliche Note. Vor 43 Jahren hatte er sein Länderspieldebüt ausgerechnet gegen Schweden gegeben und damals mit 0:3 verloren. Diesmal fiel die Revanche deutlich anders aus.
Oranje kann mit vier Punkten nun nahezu sicher für das Sechzehntelfinale planen und spielt in der Nacht auf Freitag gegen Tunesien um den Gruppensieg. Schweden steht parallel gegen Japan unter Druck.