Frauen Fußball heute: Gewinnt der FC Bayern den DFB-Pokal als Trostpflaster?

Der FC Bayern greift im DFB-Pokalfinale in Köln nach dem dritten Titel und dem zweiten Double der Vereinsgeschichte. Gegner ist Serienpokalsieger VfL Wolfsburg, für die Münchnerinnen zugleich die Chance auf einen emotionalen Abschluss nach dem Champions-League-Aus.

Giulia Gwinn und Georgia Stanway vom FC Bayern München stimmen sich vor dem Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Women's Champions League 2025/26 gegen Manchester United im Old Trafford aufeinander ein. Das Spiel fand am 25. März 2026 in Manchester statt. Kate McShane / Getty Images
Giulia Gwinn und Georgia Stanway vom FC Bayern München stimmen sich vor dem Viertelfinal-Hinspiel der UEFA Women’s Champions League 2025/26 gegen Manchester United im Old Trafford aufeinander ein. Das Spiel fand am 25. März 2026 in Manchester statt. Kate McShane / Getty Images

Am heutigen Donnerstag können die Bayern-Frauen Geschichte schreiben. Mit einem Sieg gegen Wolfsburg würde der FCB zum dritten Mal den DFB-Pokal gewinnen, dazu zum zweiten Mal überhaupt das Double holen. Auf der anderen Seite stehen die Wölfinnen mit einer deutlich größeren Titelsammlung da: Sechsmal holten sie das Double, elfmal den Pokal, und zwischen 2015 und 2024 gewannen sie den Wettbewerb sogar zehnmal in Serie. Erst in der vergangenen Saison rissen die Münchnerinnen diese außergewöhnliche Siegesserie. „Es ist wie nach Hause zu kommen. Es tat sehr weh, das Finale nur von zu Hause aus anzusehen“, sagte deshalb Wolfsburgs Svenja Huth.

Wer überträgt DFB Pokalfinale VfL Wolfsburg gegen FC Bayern?

Das ZDF zeigt am heutigen Donnerstag das DFB-Pokalfinale live ab 15:40 Uhr, Anstoß ist um 16 Uhr.

  • Moderation: Sven Voss mit Kathrin Lehmann
  • Kommentiert von Claudia Neumann
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Wolfsburg sieht sich als Außenseiter

Obwohl die Trophäenbilanz klar für Wolfsburg spricht, ist die Rollenverteilung auf dem Rasen eine andere. Die Bayern wurden mit 16 Punkten Vorsprung Meisterinnen und gehen entsprechend mit breiter Brust ins Endspiel. Wolfsburgs Chefcoach Stephan Lerch machte im ARD-Interview dennoch klar, dass sein Team nur mit einem außergewöhnlichen Auftritt eine Chance hat: „Die Rollen sind klar verteilt. Wir brauchen einen Sahnetag. Wir wollen unser Herz auf dem Platz lassen, mutig spielen – das ist die Marschroute.“ Auch Huth formulierte es ähnlich deutlich: „Wir brauchen einen nahezu perfekten Tag, weil wir gegen eine absolute Top-Mannschaft in Europa spielen.“

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Bayern setzt auf Spielfreude statt Druck

Von einer eindeutigen Favoritenrolle wollte man bei den Münchnerinnen jedoch nichts wissen. Linda Dallmann betonte: „Es kann in alle Richtungen gehen. Es ist schwer, irgendeiner Mannschaft die Favoritenrolle zu geben.“ Gleichzeitig stellte sie klar, worauf es aus Sicht des FCB ankommt: „Man muss es nicht immer mit Druck verbinden, mit Gewinnenmüssen – sondern Spaß auf dem Platz haben, dann spielen wir auch unseren besten Fußball.“

Wie dieser Spaß-Fußball aussehen kann, zeigte sich schon beim Abschlusstraining. Mit großen Boxen, aus denen Musik dröhnte, betraten die Bayern-Frauen den Rasen des Rhein-Energie-Stadions, das am Donnerstag aller Voraussicht nach ausverkauft sein wird. Dass die Mannschaft in dieser Saison zu Höchstleistungen fähig ist, haben die Münchnerinnen mehrfach bewiesen. In der Bundesliga blieben sie ungeschlagen und schlugen Wolfsburg zweimal deutlich. In der Champions League erreichten sie das Halbfinale, unterlagen dort aber dem haushohen Favoriten FC Barcelona nur knapp.

Das CL-Aus sitzt noch tief

Der historische Einzug in das Halbfinale der Königsklasse war lange greifbar. Entsprechend schmerzt das Aus weiter, was Dallmann deutlich anmerken ließ. Auf die Frage, ob ein Pokalsieg nun die Krönung einer starken Saison wäre, antwortete die Mittelfeldspielerin: „‚Ne Krönung, weiß ich nicht. Das Champions-League-Aus hat weh getan, hat Spuren hinterlassen. Fürs Gefühl wäre es schön, wenn man das mit dem Pokal jetzt abrunden könnte“ – und klang damit fast schon wie eine Favoritin für das Endspiel.

Auch Bayern-Coach Jose Barcala blickte eher leichtfüßig auf den großen Abend. „Es ist morgen die Party des deutschen Fußballs“, sagte der Spanier, der erstmals ein DFB-Pokalfinale betreut. „Wir freuen uns auf die Energie der Fans und ein volles Stadion.“ Und vielleicht auf den dritten silbernen Pokal in der Vitrine der Münchnerinnen.