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Gaucho-Trainer Edgardo Bauza bereits unter Druck

Argentinien mit Problemen in der WM 2018 Qualifikation

Veröffentlicht: Montag, 14. November 2016 um 14:38 Uhr

Vier Tage ist die 3:0-Klatsche gegen Brasilien her. Argentinien belegt nur Platz sechs in der Südamerikagruppe für die WM-Qualifikation. Das vorzeitige Aus droht mehr denn je. Zusätzlich kommt der vom Rücktritt zurückgetretene argentinische Superstar Lionel Messi in der Nationalmannschaft noch nicht in Schwung. Der neue Gaucho-Trainer Edgardo Bauza steht bereits nach viermonatiger Amtszeit erheblich unter Druck und die Zeit für Wiedergutmachungen läuft allmählich davon.

Der Argentinier Lionel Messi jubelt nach einem erfolgreichen Länderspiel.

Bild: Die Ergebnisse von Lionel Messi mit der Nationalmannschaft haben den ganz großen Wurf bisher nicht zugelassen. Bildquelle: AGIF – 204023941 / Shutterstock.com

Vizeweltmeister unter Druck


Video: Argentinien verliert 3:0 gegen den Erzfeind Brasilien in der WM-Qualifikation.

Die Gesichter der argentinischen Spieler nach der bitteren, aber völlig verdienten 3:0-Niederlage gegen den Erzfeind Brasilien in der Südamerikagruppe der WM-Qualifikation sagten mehr als 1000 Worte. Nur Platz sechs in der hart umkämpften Gruppe bedeutet aktuell das vorzeitige Aus für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Für den aktuellen Vizeweltmeister und die fußballverrückte Nation, die sich ansonsten mit großem Selbstverständnis in der Fußballweltspitze aufhält, ist dies eine fast unwirkliche Vorstellung.

Für eine so große und stolze Fußballnation wie Argentinien wäre das Aus in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft mit einer Staatsaffäre gleichzusetzen. Man mag gar nicht darüber nachdenken, wie die äußerst angespannte Lage im Land bei einer fehlgeschlagenen Qualifizierung kippen könnte. Bereits jetzt quält sich der argentinische Fußball mit strukturellen Problemen im Verband, zahlreichen insolventen Vereinen und einem immer brutaler werdenden Hooliganismus. Ein erfolgreicher Abschluss der Gruppe ist also unbedingt notwendig.

Die Qualifikation läuft in Südamerika allerdings anders ab als die in Europa. Statt vieler kleiner Gruppen, von denen sich jeweils der Erstplatzierte direkt qualifiziert, gibt es eine große Gruppe, aus der sich die ersten vier Mannschaften direkt qualifizieren und der Tabellenfünfte in die Playoffs gelangt. Dort spielt das Team gegen den Playoff-Vertreter aus Ozeanien. Wie sehr die Südamerikaner daher unter Druck stehen, verdeutlicht ein Blick auf die aktuelle Tabelle:

Tabelle WM2018 Qualifikation Südamerika

Stand: 01.09.2017
# qualifiziertSp.S.U.N.ToreDif.Pk.
1.Brasilien 18125141:11 +3041
2.Uruguay 1894532:20+1231
3.Argentinien 1877419:16+328
4.Kolumbien 1876521:19+227
Plätze 1 bis 4 qualifizieren sich direkt für die WM Endrunde.
5.Peru 18756 27:26+126
Platz 5 spielt in den Playoffs gegen den Ozeanien-Meister.
6.Chile 1882826:27-126
7.Paraguay 1873819:25-624
8.Ecuador 18621026:29-320
9.Bolivien 184212 16:38-2214
10.Venezuela 18261019:35-1612

Neuer Trainer gleich unter Zugzwang

Ein beängstigender Negativtrend ist in den letzten vier Spielen auszumachen, der das argentinische Team bis auf Platz sechs der Qualifikationsgruppe gebracht hat. Gegen die Underdogs Venezuela und Peru reichte es jeweils nur zu einem 2:2-Unentschieden. Es folgten eine 0:1-Heimniederlage gegen Paraguay und das bittere 0:3 gegen Brasilien. Schon jetzt steht der argentinische Nationaltrainer Edgardo Bauza gehörig unter Druck, der sich erst seit August im Amt befindet.

Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland ist für den amtierenden Vizeweltmeister Pflicht. Dieses Ziel muss der 58-jährige Bauza mit seiner Mannschaft erreichen. Er bestritt zwar nur drei Partien für die Nationalmannschaft als Spieler, wurde aber immerhin Vizeweltmeister im Jahre 1990. Zudem besitzt der ehemalige Abwehrspieler knapp 20 Jahre Erfahrung im Trainer-Business und kann ebenfalls den zweimaligen Gewinn der Copa Libertadores vorweisen.

Sieben Spiele verbleiben nun noch, um den Negativtrend zu stoppen. Das Fachportal wettpro rät Wettinteressierten, Argentinien nicht vorschnell abzuschreiben. Messi ist wieder zurück und wird der argentinischen Mannschaft nochmals einen neuen Schub für die letzten WM-Quali-Spiele geben. Gegen Brasilien war davon allerdings nicht viel zu sehen. Ob der argentinische Superstar aber noch die Wende mit den Gauchos schafft, ist anlässlich seiner Form im Nationalteam mit Vorsicht zu betrachten.

Infografik zu Fußballvergleich von Argentinien und Deutschland.

Bild: Deutschland und Argentinien sind zwei große und stolze Fußballnationen, die viele große Duelle ausgefochten haben. Bildquelle: sportwette.net

Messi: Rücktritt vom Rücktritt


Video: Lionel Messi vollzieht den Rücktritt vom Rücktritt aus der Nationalmannschaft.

Er ist der wohl beste Fußballer aller Zeiten. Lionel Messi, liebevoll der Floh genannt, ist das Vorbild von Millionen von Nachwuchskickern. Bei seinem Verein FC Barcelona ist er bereits im Alter von 29 die wahrscheinlich größte Legende aller Zeiten. Sein Privatduell mit seinem größten Widersacher Cristiano Ronaldo von Real Madrid elektrisiert weltweit die Fußballfans. Der fünfmalige Weltfußballer des Jahres hat bereits vier Mal die UEFA Champions League gewonnen. Nur in der Nationalmannschaft will sich kein großer Erfolg einstellen.

Zwar schaffte er mit der Nationalmannschaft eine viermalige Finalteilnahme bei großen Turnieren (einmal das Weltmeisterschaftsfinale und dreimal das Finale der Copa América), nur ein Titelgewinn sprang nie für den Superstar heraus. Noch vor Augen schwebt dabei die Niederlage im Elfmeterschießen gegen Chile im Finale der Copa América in diesem Jahr. Lionel Messi verschoss einen Elfmeter und verkündete unmittelbar nach dem Spiel seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach 113 Spielen mit 29 Jahren.

Ein Aufschrei ging durch die argentinische und internationale Fußballwelt. Sogar die höchsten argentinischen Regierungsvertreter äußerten sich zu seinem Rücktritt und warben für einen Verbleib des Superstars. Knapp zwei Monate nach der bitteren Enttäuschung durch die erneute Finalniederlage revidierte Messi seinen Rücktritt und begründete die Rückkehr mit den Worten: „weil ich mein Land und dieses Trikot zu sehr liebe.“ Im Hinblick auf die Probleme im argentinischen Fußball fügte er hinzu, dass er nicht für noch mehr Probleme sorgen wolle.

Großen Anteil an dem Comeback des Dribbelkünstlers hatte auch der neue argentinische Nationaltrainer Edgardo Bauza, der sich zuvor mehrfach mit Messi zum Gespräch traf und ihn zur Rückkehr bewegte. Nun sollten die Beiden mit der argentinischen Nationalmannschaft in den verbleibenden sieben Qualifikationsspielen das Weiterkommen doch noch bewerkstelligen, damit der Rücktritt vom Rücktritt des Superstars sportlich nicht verpufft.


Das WM 2018 Trikot