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Fußballnationalmannschaft von Kolumbien


Fußballnationalmannschaft von Kolumbien

Die Fussballnationalmannschaft von Kolumbien bei der 2014 FIFA World Cup am 4.Juli 2014. AFP PHOTO / EITAN ABRAMOVICH

Die Fussballnationalmannschaft von Kolumbien bei der 2014 FIFA World Cup am 4.Juli 2014. AFP PHOTO / EITAN ABRAMOVICH

Die Fußballnationalmannschaft von Kolumbien

Der kolumbianische Fußball wird für immer mit dem Tod von Andrés Escobar in Verbindung gebracht werden. Der Abwehrspieler nahm an den Weltmeisterschaften 1990 in Italien und 1994 in den Vereinigten Staaten teil. Kurz nach seiner Rückkehr aus den USA wurde er allerdings in einer Bar in Medellín erschossen. Die genauen Hintergründe der Tat sind bis heute nicht geklärt, es wird allerdings vermutet, dass ein Eigentor des Abwehrspielers im Spiel gegen den Gastgeber zu hohen Verlusten für die kolumbianische Wettmafia führte. Escobars Tod stellte aber auch so etwas wie den Schlusspunkt für Kolumbiens Goldene Generation um Carlos Valderrama und René Higuita dar.Denn in der ersten Hälfte der 1990er Jahre gehörte Kolumbien zu den aufregendsten Teams der Welt und wurde oft als Geheimfavorit gehandelt. Mit der Jahrtausendwende verschwand das kolumbianische Trikot allerdings international wieder in der Versenkung und wurde erst von der aktuellen Generation wieder in die Weltspitze geführt.

Die Anfänge der Mannschaft

Kolumbien gehört zu den verspäteten Nationen, was die Bildung einer Fußball-Nationalmannschaft angeht. Aufgrund der politischen Instabilität des Landes kam es erst 1924 überhaupt zur Gründung des nationalen Fußballverbands „Federación Colombiana de Fútbol“. Dieser wurde 1936 in die FIFA und den südamerikanischen Verband CONMEBOL aufgenommen. Das erste offizielle Länderspiel fand somit erst am 10.02.1938 im Rahmen der Zentralamerika und Karibikspiele gegen Mexiko statt und endete mit einer 1:3-Niederlage. Auch die restlichen Spiele im Premierenjahr verliefen zumeist erfolglos. In den ersten neunen Spielen kassierte das Land sechs Niederlagen und konnte nur drei Siege einfahren. Anschließend folgte eine sechsjährige Pause, bevor die Länderspielgeschichte Kolumbiens im Jahr 1945 fortgesetzt wurde.

Teilnahmen an Weltmeisterschaften und der Copa América

Aufgrund des vergleichsweise späten Starts in die Länderspielgeschichte, konnte Kolumbien auch an den ersten beiden Weltmeisterschaften nicht teilnehmen. 1949 wiederum kam es zum Bruch zwischen der „Colombia Football League“ und der FIFA. Die kolumbianische Nationalmannschaft war daher bei den Weltmeisterschaften 1950 und 1954 suspendiert. Die Liga allerdings profitierte, weil die Vereine nicht mehr gezwungen waren, Ablösesummen zu zahlen und so Topspieler aus ganz Südamerika verpflichten konnten. Erst 1954 endete diese „El Dorado“ genannte Phase und das kolumbianische Nationaltrikot kehrte in den internationalen Fußball zurück. Die erste WM-Qualifikation gelang dann im Jahr 1962. Anschließend scheiterte das Land aber sechsmal in Folge beim Versuch sich für die Endrunde zu qualifizieren.

Eine Besonderheit stellte dabei die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1986 dar. Kolumbien war eigentlich als Gastgeber vorgesehen und wäre demnach automatisch qualifiziert gewesen. Doch das Land war – auch aufgrund von schweren Überschwemmungen – mit der Organisation des Turniers überfordert und musste die Gastgeberrolle schließlich an Mexiko abtreten. Damit musste das Land aber natürlich auch in der Qualifikation antreten und scheiterte dort in den Playoffs an Paraguay. Erst der Goldenen Generation gelang es, sich in den Jahren 1990, 1994 und 1998 regelmäßig für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren.

Aufgrund der späten Verbandsgründung und der Suspendierung durch die FIFA konnte Kolumbien an vielen Südamerikameisterschaften nicht teilnehmen. Zudem scheiterte die Mannschaft 1967 bereits in der Qualifikation – es war das einzige Mal überhaupt, dass bei der Copa América eine Qualifikationsrunde stattfand. Aufgrund dessen kommt Kolumbien bis heute nur auf zwanzig Teilnahmen an der Südamerikameisterschaft. Von den zehn südamerikanischen Teams nahm nur Venezuela seltener teil.

Erfolge der kolumbianischen Nationalmannschaft

Die Liste der Titel der kolumbianischen Fußballnationalmannschaft ist vergleichsweise kurz. Um genau zu sein, befindet sich dort nur ein einziger Turniergewinn von Bedeutung: Im Jahr 2001 holte Kolumbien auf heimischen Boden die Copa América. Wie schon im Vorfeld der Weltmeisterschaft 1986 gab es zuvor allerdings erhebliche Diskussionen darüber, ob Kolumbien überhaupt in der Lage sei, das Turnier zu organisieren und die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten. Der südamerikanische Verband hatte sogar bereits Venezuela als Ersatzgastgeber organisiert, sah dann aber von einer Neuvergabe ab. Aufgrund von Sicherheitsbedenken verzichtete Argentinien allerdings auf eine Teilnahme, während Brasilien ohne zahlreiche Topstars antrat. Diese Chance nutzte Kolumbien und stürmte durch das Turnier, ohne auch nur ein Gegentor zu kassieren. Die dadurch entstandene Euphorie wurde aber jäh gebremst, als das Team wenig später die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2002 verpasste.

Trotz des Titelgewinns 2001 lag die große Zeit des kolumbianischen Fußballs dennoch in der ersten Hälfte der 1990er Jahre. Bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien gehörte die Truppe zu den Überraschungsteams und trotzte dem späteren Weltmeister aus Deutschland in der Vorrunde ein 1:1-Unentschieden ab. Den deutschen Fans dürfte dabei vor allem der kolumbianische Keeper René Higuita in Erinnerung geblieben sein, der zwar ein Torwarttrikot trug, aber dennoch mit dem Ball am Fuß über das Feld dribbelte. Im Achtelfinale gegen Kamerun wurde ihm genau das aber zum Verhängnis. Bei einem seiner Dribblings an der Mittellinie verlor er den Ball an Roger Milla, der anschließend leichtes Spiel hatte. Kolumbien verlor letztlich mit 1:2. Dennoch war die Achtelfinalteilnahme lange Zeit der größte kolumbianische Erfolg bei einer Weltmeisterschaft. Erst 2014 in Brasilien gelang es diesen Rekord zu übertreffen. Erstmals waren die kolumbianischen Trikots dort sogar im Viertelfinale zu sehen, wo man allerdings mit 1:2 gegen Brasilien unterlag.

Kolumbianische Fußballstars früher und heute

Die deutschen Fußballfans dürften sich an Carlos Valderrama vor allem aufgrund des Vorrundenspiels bei der Weltmeisterschaft 1990 erinnern. Durch seine wilde blonde Mähne gehörte der Spielmacher damals zu den markantesten Spielern des Turniers. Während des Spiels trieb er die späteren Weltmeister dann fast in den Wahnsinn. Weil Kolumbien ein Unentschieden zum Weiterkommen reichte, spielte Valderrama bewusst auf Zeit. So ließ er sich kurz vor der Halbzeit minutenlang auf dem Feld behandeln, nur um dann nach wenigen Sekunden und topfit aufs Feld zurückzukehren. Kurz vor Schluss allerdings schien sich dieses Verhalten zu rächen, als Pierre Littbarski Deutschland in Führung schoss. Doch dann erinnerte Valderrama sich an seine fußballerische Klasse und spielte einen feinen Pass auf Freddy Rincon, der für den Ausgleich sorgte. Bis heute gilt der Spielmacher mit der Mähne als bester kolumbianischer Spieler aller Zeiten. Eine Zeit lang spielte er auch in Europa bei HSC Montpellier und Real Valladolid. Im WM Jahr 1990 konnte er dabei sogar den französischen Pokal gewinnen. Das größte Ansehen genoss er aber stets auf dem heimischen Kontinent, wo er 1987 und 1993 zu Südamerikas Fußballer des Jahres gewählt wurde.

Kolumbiens James Rodriguez (L) und Perus Luis Advincula bei der Copa America 2015. AFP PHOTO / RODRIGO BUENDIA

Kolumbiens James Rodriguez (L) und Perus Luis Advincula bei der Copa America 2015. AFP PHOTO / RODRIGO BUENDIA

Valderrama war stets ein begnadeter Passgeber, strahlte aber selbst nie die ganz große Torgefahr aus. James Rodriguez, heutiger Spielmacher der kolumbianischen Nationalmannschaft, hingegen hat seine Torgefahr bereits auf höchster internationaler Ebene unter Beweis gestellt. Bei der Weltmeisterschaft 2014 wurde er mit sechs Treffern Torschützenkönig und führte sein Land bis ins Viertelfinale. Anschließend wechselte er für rund 80 Millionen Euro Ablöse vom AS Monaco zu Real Madrid. Auch dort erhob er gleich Ansprüche auf die Position des Spielmachers und übernahm die Trikotnummer 10 von Mesut Özil. Bisher allerdings konnte er an der Seite von Cristiano Ronaldo und Gareth Bale noch keinen größeren Titelgewinn feiern. Bei der Copa América 2015 führte er Kolumbien aber immerhin ins Viertelfinale, wo man gegen Argentinien im Elfmeterschießen unterlag.

Das Trikot von Kolumbien

Die Heimtrikots der kolumbianischen Mannschaft sind in einem markanten gelb designt. Die Enden der Ärmel sind zudem in rot und blau gehalten, so dass die Nationalflagge des Landes entsteht. Markant ist zudem der Kragen des Trikots mit zwei Köpfen. Auch beim Auswärtstrikot hat sich der deutsche Ausrüster Adidas an der Nationalflagge orientiert. Das Trikot ist in einem dunklen Blau gehalten, mit einem großen gelben und einem kleineren roten Balken auf der Brust. Erstmals zum Einsatz kamen die neuen Trikots bei der Copa América 2015.

Das Heimtrikot zur WM 2018

Kolumbiens James Rodriguez bei den FIFA World Cup South American Qualifiers gegen Chileam 12. November 2015. AFP PHOTO / MARTIN BERNETTI / AFP / MARTIN BERNETTI

Kolumbiens James Rodriguez bei den FIFA World Cup South American Qualifiers gegen Chileam 12. November 2015. AFP PHOTO / MARTIN BERNETTI / AFP / MARTIN BERNETTI

Das Auswärtstrikot zur WM 2018

Derzeit hat Kolumbien noch nicht wieder im Auswärtstrikot gespielt, das hier (links) war das Awaytrikot der WM 2014:

Der Kolumbianer Juan Camilo Zuniga (L)gegen Brasiliens Hulk bei der WM 2014. AFP PHOTO / ODD ANDERSEN

Der Kolumbianer Juan Camilo Zuniga (L)gegen Brasiliens Hulk bei der WM 2014. AFP PHOTO / ODD ANDERSEN

Kolumbien in der WM-Qualifikation 2018

Die kolumbianischen Fußballfans erwarten von ihrer Mannschaft die direkte Qualifikation für die WM 2018 in Russland. Dafür gilt es mindestens sechs südamerikanische Mannschaften hinter sich zu lassen. Gespielt wird die Qualifikation in einer einfachen Zehnerliga mit Hin- und Rückspiel. Der fünftplatzierte erhält zudem eine zweite Chance und darf in den interkontinentalen Playoffs gegen einen Vertreter eines anderen Kontinentalverbandes antreten.

Tabelle WM2018 Qualifikation Südamerika

Stand: 29.03.2017
# qualifiziertSp.S.U.N.ToreDif.Pk.
1.Brasilien 14103135:102533
2.Kolumbien 1473418:15324
3.Uruguay 1472526:17923
4.Chile 1462524:19523
Plätze 1 bis 4 qualifizieren sich direkt für die WM Endrunde.
5.Argentinien 1464315:14122
Platz 5 spielt in den Playoffs gegen den Ozeanien-Meister.
6.Ecuador 1472423:20320
7.Peru 1443622:23-118
8.Paraguay 1453513:21-818
9.Bolivien 1421911:32-2010
10.Venezuela 1412917:34-176

Die südamerikanische WM-Qualifikation startete im Oktober 2015. Der Modus ist dabei denkbar einfach. Alle zehn Teams treffen in Hin- und Rückspiel aufeinander. Anschließend qualifizieren sich die ersten vier Teams direkt für die Endrunde, während der fünftplatzierte in die so genannten interkontinentalen Playoffs muss. Dabei kann es zu einem Aufeinandertreffen mit einem Vertreter aus Ozeanien, Asien oder Nord- und Mittelamerika kommen.

Daten über die Fußballnationalmannschaft von Kolumbien

Spitzname:  nicht bekannt

Weltrangliste:  7. (Stand November 2015)

WM-Teilnahmen: zuletzt WM 2014

Größte Erfolge:

Südamerikanische Erfolge: Copa America 14 Siege, 39 Teilnahmen

letztes Spiel gegen Deutschland:

Bisherige Länderspiele gegen Deutschland

Länderspiel Nr.DATUMORTPAARUNGERGEBNISANMERKUNG
77302.06.2006MönchengladbachDeutschland - Kolumbien03:00F-Spiel
67409.02.1999MiamiDeutschland - Kolumbien03:03F-Spiel
66130.05.1998FrankfurtDeutschland - Kolumbien03:01F-Spiel
56319.06.1990MailandDeutschland - Kolumbien01:01WM-Vorrunde

Fotogalerie der  Fußballnationalmannschaft von Kolumbien

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